
DAS FASS, DAS FAST
WELTMEISTER IST.
Das historische Riesenweinfass im Keller des Jagdschlosses Spiegelsberge ist eine kuriose Sehenswürdigkeit Halberstadts. Es wurde 1594 im Auftrag von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg, dem ersten protestantischen Bischof Halberstadts, erbaut.
Mit seinem außergewöhnlichen Fassungsvermögen von 144.000 Litern gilt es als eines der größten historischen Weinfässer Deutschlands. Es misst etwa 9 Meter in der Länge und hat einen Durchmesser von knapp 6 Metern. Die Füllmenge entspricht in etwa 655 Badewannen Wein.
Das imposante Holzfass stand ursprünglich im Schloss Gröningen. Im späten 18. Jahrhundert ließ es Freiherr von Spiegel in den Keller seines Jagdschlosses in den Spiegelsbergen verlegen, wo es bis heute besichtigt werden kann.


HANDWERK IM XXL-FORMAT.
Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Handwerkskunst. Gebaut wurde es für das Schloss Gröningen von dem Küfer Michael Werner aus Landau, der drei Jahre zuvor auch das heute nicht mehr erhaltene Heidelberger Fass zimmerte. Jene Riesenfässer waren zur Zeit der Renaissance und des Barock vor allem Prunk- und Repräsentationsobjekte.
Das Gröninger bzw. Halberstädter Riesenweinfass wurde 2008 ins berühmte Guinness-Buch der Rekorde als ältestes Riesenweinfass der Welt eingetragen. 2019 wurde der Eintrag jedoch korrigiert. Es hatte sich herausgestellt, dass das Tübinger Riesenfass bereits 1549 errichtet worden war. Es ist allerdings nicht ganz so riesig, denn es fasst „nur“ rund 85 000 Liter.

